Wohnbebauung auf der Hufewiese

Eigentlich wollen alle das Gleiche: mit dem gut 100.000 qm großen, brach liegenden Gelände in bester Stadtlage in Trachau zwischen Eisenbahnlinie und Leipziger Straße soll etwas wirklich Gutes geschehen. Doch über das Wie, Wo und Wann scheiden sich die Geister und die Gemüter scheinen sich zunehmend zu erhitzen.

Hufewiese

Da ist zum einen der Eigentümer, die MBG Trachau GmbH & Co. KG eine Tochtergesellschaft der Münchner Baugesellschaft. Sie wollte ursprünglich ein großes Wohngebiet darauf errichten, doch das Jahrhunderthochwasser machte diesen Plänen ein jähes Ende. Bis die Schutzbauten in Übigau voraussichtlich 2014 fertig sind, darf nicht viel passieren. Nur auf der östlichen Hälfte, die vom Hochwasser nicht betroffen war, könnte gebaut werden. Hier sollen nun Grundstücke für kleinteilige Wohnhäuser erschlossen werden sowie einige gewerbliche Zweckbauten entlang der Bahnlinie. Die Zufahrt soll hauptsächlich über die Gaußstraße zur Industriestraße erfolgen, so die MBG auf der Vorstandssitzung der Pieschner CDU am 9. November 2011 (wir berichteten davon).

Zum anderen ist da eine Bürgerinitiative hauptsächlich aus den unmittelbaren Anwohnern der derzeit einem Naturpark ähnlichen Fläche. Sie möchten verständlicher Weise das Grün beim Blick aus dem Fenster erhalten und den Pieschnern einen nahen Stadtpark gönnen. Ihnen sind vor allem die Gewerbebauten ein Dorn im Auge. Nach ihren Vorstellungen sollte besser das gesamte Grundstück ordentlich verplant werden und die Wohnhäuser eher auf der ehemals vom Hochwasser betroffenen Westseite entstehen, wo bereits Stichstraßen von der Leipziger Straße existieren. Der zukünftige Park bleibt auf der Ostseite und würde später von einem gemeinnützigen Verein betreut. Ein Kauf des Grundstücks vom Eigentümer scheitert derzeit an unterschiedlichen Preisvorstellungen und nicht vorhandenen Geldmitteln, so Vertreter der Bürgerinitiative auf der letzten Vorstandssitzung der Pieschner CDU am 11. April 2012.

Und da wäre auch noch die anstehende Novellierung des Fluglärmgesetzes, die jegliche Wohnbebauung dort versagen könnte. Ein Treffen von Stadtplanungsamt, Flughafen Dresden und mehreren Lärmfachleuten erklärte das gesamte Grundstück schon im September 2010 als Gebiet mit schon jetzt hoher Fluglärmbelastung. Eine Weiterentwicklung der Wohnbebauung würde zu weiterer Fluglärmbetroffenheit führen. Der diesbezügliche B-Plan solle deshalb aufgehoben werden. Einzig eine ergänzende Bebauung an den Stichstraßen im Westen wäre denkbar. Leider scheint damit die Fläche für die aktuelle Suche nach Grundstücken für dringende benötigten Schulen und Kindergärten im Pieschner Stadtgebiet auch auszuscheiden.

Für alle, auch für die Pieschner CDU, wäre eine sinnvolle Planung für das gesamte Grundstück wünschenswert. Trotzdem ist es nachvollziehbar, wenn der Besitzer die verfügbare Teilfläche bereits jetzt vernünftig verwerten will, zumal ohnehin Bauland im innerstädtischen Bereich knapp wird und eine maßvolle Bebauung, der von uns gewollten Weiterentwicklung Pieschens auch in Richtung hochwertigem kleinteiligem Wohnen entgegenkommt.

Frank Walther, 15. April 2012

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