Wohnbebauung an der Sternstrasse in Dresden Mickten

Kein neues Gorbitz in Mickten

Die Pieschner CDU lehnt die geplante Bebauung für das Gebiet um die Sternstraße in Dresden-Mickten ab!

Sternstrasse_klein

Ende der 90iger Jahre ambitioniert begonnen, sollte zwischen Elbepark und Flutrinne rund um die Sternstraße in Dresden-Mickten ein neues Wohngebiet mit etwas Gewerbe zur Abschirmung gegen die Autobahn entstehen. Viel Geld wurde in Planung und eine ausgezeichnete Infrastruktur mit neuen Straßen, Bus- und Bahnlinien und modernsten Medien investitiert. Doch außer einigen Gewerbeansiedlungen und den zweifelhaften hochgeschossigen Büro- und Wohnblocks an der Flutrinne, auch scherzhaft als Klagemauer bezeichnet, ist kaum etwas passiert.

Inzwischen sind die Deiche erhöht und bewährten sich in der letzten Flut. In Dresden zeichnet sich  eine Wohnungsknappheit ab, der man am besten mit der Ausweisung von mehr Bauland begegnet, um Spekulationen vorzubeugen. Deshalb unternimmt das Dresdner Stadtplanungsamt derzeit einen neuen Vorstoß endlich Bewegung in das Gebiet zu bringen und organisierte im Oktober 2012 ein Werkstattverfahren zur Erarbeitung eines neuen städtebaulichen Konzeptes.

Eine Jury favorisiert nun ausgerechnet eine vom Berliner Stadtplanungsbüro Machleidt GmbH, die auch die neue Hafencity in der Leipziger Vorstadt am Neustädter Hafen entwarfen, eine enge Blockbebauung mit drei- bis sechsgeschossigen Häusern bis an die Flutrinne heran. Zudem soll die jetzt diagonal durch das Gebiet verlaufende Kötzschenbroder Straße am Elbepark und an der Brockwitzer Straße umgelenkt werden, was erheblich Kosten für die Neuordnung der Straße und der teuren Medienleitungen bedeuten würde.

Bei der Vorstellung der Vorzugsvariante zur öffentlichen Ortsbeiratssitzung Pieschen am 18. Juni 2013 hat die Pieschner CDU die Pläne zur Bebauung dieses einmaligen Gebietes strikt abgelehnt. Die innenstadtnahe Lage und die großzügigen Flächen mit hervorragender Verkehrsanbindung eröffnen die Möglichkeit zur vielseitigen Bebauung insbesondere auch für individuelle kleinteilige Wohnformen in lockerer Anordnung, für die gerade in unserem Stadtgebiet eine hohe Nachfrage besteht. Die Bebauung soll sich nicht an den schluchtenartigen Häuserzeilen der Leipziger Straße orientieren, sondern vielmehr an den bereits entstanden Stadtvillen am Anfang der Kötschenbroder und Sternstraße oder in den Stadteilen Trachau und Wilder Mann.

Die Haltung der Grünen Partei und der SPD, die sich in der Sitzung von den Plänen begeistert zeigte, ist nicht nachvollziehbar. Besonders die im Moment im Vordergrund stehende Bebauung des Filetgrundstücks mit direktem Blick auf die Flutrinne und die Elbe mit gewinnmaximierten hochgeschossigen Häusern ist absolut unnötig und für die Pieschner CDU nicht hinnehmbar. Wir fordern deshalb den Dialog mit den Anwohnern und eine direkte Bürgerbeteiligung.

Frank Walther, 23. Juni 2013

6 Gedanken zu „Wohnbebauung an der Sternstrasse in Dresden Mickten

  1. Pingback: Pieschner sind interessiert an ihrem Stadtteil | CDU Dresden Pieschen

  2. Zwei schwere Hochwasser ereigneten sich in Dresden in den letzten 12 Jahren, doch die CDU, Grüne und SPD zeigen sich resistent gegen vernünftiges Handeln. Müssen wir tatsächlich immer mehr Wohnungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten bauen? Denn auch der neue Deich an der Kaditzer Flutrinne wird bei sehr starken Hochwassern überlaufen. Ich wünsche mir Politiker, die endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und nicht leichtfertig dafür sorgen, dass bei Überschwemmungen immer mehr unserer wertvollen Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen werden.

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    • Vielen Dank für Ihren guten und konstruktiven Kommentar. Ich kann Ihre Gedanken durchaus nachvollziehen. Jedoch sollten Sie dabei auch bedenken, dass unter dem Maßstab der letzten zwei Hochwasser im Grunde der größte Teil von Dresden theoretisch im überschwemmungsgefährdeten Gebiet liegt. Dann dürfte in vielen Stadtteilen überhaupt nicht mehr gebaut werden. Die Lage an der Elbe mit seinem Für und Wider macht aber auch den Reiz der Stadt aus. Nun waren die beiden Hochwasser sicher extrem hoch und dazu noch in sehr kurzem Abstand. Doch das Land Sachsen und die Stadt Dresden haben sehr viel Geld investiert, um einen weitesgehenden Schutz herzustellen, der sich in der letzten Flut ja auch nachweislich bewährt hat, einschließlich der Flutschutzanlagen an der Kaditzer Flutrinne. Rein rechtlich bestehen für dieses infrastrukturell komplett erschlossene Gebiet Baugenehmigungen, so dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, wann dort gebaut wird. Im Interesse unserer schnell wachsenden Stadt sollten wir alle Möglichkeiten nutzen, Wohnraum auf dem jetzigen Stadtgebiet zu bauen und eine Zersiedelung nach außen mit unnötiger Versiegelung, meist zunehmendem Autoverkehr und Ressourcenverbrauch an der Natur zu verhindern. Dies macht auch aus ökologischer Sicht Sinn.

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      • Guten Tag, Herr Walther, vielen Dank für Ihre nette und ausführliche Antwort, die ich mit Interesse gelesen habe! Dennoch möchte ich Ihnen widersprechen: Beim Hochwasser 2002 waren 25 km² des Dresdner Stadtgebietes überflutet. Bei 328 km² Gesamtfläche sind das weniger als 8 %. Beim Hochwasser 2013 war die überschwemmte Fläche noch deutlich geringer. Ganz grob kann man also sagen: ca. 90 % des Dresdner Stadtgebietes sind relativ hochwasserfreie Lagen. Deshalb frage ich mich, worauf sich die These stützt, dass in Dresden unbedingt in Gefahrenzonen gebaut werden müsse. Es gibt tatsächlich Städte, wo das so ist, Dresden gehört aber ganz eindeutig nicht zu ihnen.
        Die neuen Schutzanlagen bieten keinen weitestgehenden Schutz, sondern nur vor einem einhundertjährlichen Hochwasser. Bewährt haben sie sich im Jahr 2013 deshalb, weil das Junihochwasser eben nur ein einhundertjährliches Hochwasser war und kein extremes Ereignis. Bei einem extremen Hochwasser laufen auch die neuen Schutzanlagen über, und dann steht alles im Wasser, was wir dahinter neu gebaut haben. Dass sich solche Extremereignisse einstellen, ist nur eine Frage der Zeit. Außerdem können Hochwasserschutzanlagen brechen. Dann werden die dahinter liegenden Flächen mit all ihren (neuen) Häusern und darin lebenden Menschen innerhalb kurzer Zeit unkontrolliert geflutet, was unter Umständen viel dramatischer ist, als wenn sie auf natürliche Weise allmählich mit Wasser volllaufen würden.
        Die Baugenehmigungen im Bereich Kaditz/Mickten stammen aus einer Zeit, in der dort noch kein Überschwemmungsgebiet festgelegt war, weil man die Gefahrenlage falsch eingeschätzt hatte, da zuvor an der Elbe über 100 Jahre lang ein schweres Hochwasser ausgeblieben war. Nach der bitteren Erfahrung von 2002 wurde dies korrigiert und dort ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Außerdem wurde das Wassergesetz seitdem zweimal verschärft. In Überschwemmungsgebieten besteht ein grundsätzliches Bauverbot! Jeder, der lesen kann, kann dies durch einen einfachen Blick in das Wassergesetz erkennen. Genehmigte, aber noch nicht vollzogene Bebauungspläne aus früherer Zeit, die eine erstmalige bauliche Nutzung von Freiflächen beinhalten, sind nachträglich an die neue Rechtslage anzupassen. Doch in Dresden interessieren sich die Politiker gar nicht für die geltenden Gesetze. Sie ignorieren, was für alle verbindlich festgelegt wurde. Obwohl 90 % des Stadtgebietes weitgehend hochwasserfrei sind, argumentieren sie, man müsse die Neuansiedlung von Menschen ausgerechnet in Gebieten wie Kaditz/Mickten vollziehen, die bei einem Extremhochwasser zwei bis vier Meter tief unter Wasser stehen. Hat denn kein Politiker ein Verantwortungsgefühl für die Menschen in seiner Stadt? Sollte er sich nicht vielmehr dafür einsetzen, dass dort Wohnbauland geschaffen wird, wo die Menschen sicher vor der Hochwassergefahr sind? Gehen denn niemanden die Schicksale der Menschen in Röderau-Süd, Nünchritz-West und Pirna-Copitz zu Herzen, die in solchen neuen Baugebieten in Überflutungszonen sitzen und nichts anderes wollen als da wieder rauskommen?
        Vielleicht haben Sie ja Lust, meine Argumente zu überprüfen. Für mich persönlich kann ich aber ganz klar sagen: Von Politikern, die sich für die Neubebauung der am stärksten gefährdeten Teile der Überschwemmungsgebiete einsetzen, möchte ich nicht mehr regiert werden.

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  3. Hallo Herr Walther, bei meinem gestrigen Kommentar ist mir ein Fehler unterlaufen: Bei der Angabe der Überflutungsfläche beim Hochwasser 2002 in Dresden von 25 km², die ich im Internet gefunden habe (Webseite des IÖR), waren die Nebenflüsse herausgerechnet worden. Das ist mir leider erst nachträglich aufgefallen. Die Zahl von 25 km² bezog sich also nur auf die allein durch die Elbe überschwemmte Stadtfläche. Eine Angabe der 2002 überschwemmten Fläche von Elbe und Nebenflüssen zusammen habe ich bisher nicht gefunden. Dafür aber folgende Zahl: Die nach 2002 in Dresden als Überschwemmungsgebiet ausgewiesene Fläche an der Elbe und den Fließgewässern 1. Ordnung betrug 32 km², also 10 % des Stadtgebietes. Und würde der (unwahrscheinliche) Fall eintreten, dass alle Nebenflüsse und die Elbe gleichzeitig ein extremes Hochwasser führen, das so groß ist wie 2002 oder noch größer und an der Elbe ein bisher nie gemessener Pegelstand von 10 m an der Augustusbrücke eintreten, so wären 35 % des Stadtgebietes betroffen.

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  4. Vielen Dank für den neuen Kommentar zum Thema, Peter. Ich freue mich über Ihre konstruktiven und an der Sache orientierten Beiträge, die ich gern auf unserer Seite sehe. Eine meiner ersten und wichtigsten Erfahrungen während meinem politischen Engagement war, zu erkennen, dass es nahezu zu jeder Sache unzählige Informationen und Fakten gibt und eine noch größere Anzahl von Interpretationsmöglichkeiten die sich auch noch über die Zeit verändern können. Selbst unter zwei Personen werden Sie kaum immer einer Meinung sein, schon gar nicht bei mehreren Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenserfahrungen und Ansichten. Dies trifft selbst auf eine Partei wie die CDU zu. Ohne Ihre Zahlen überprüft zu haben, ergeben sich auch hier schon ganz verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die Zahl, dass 35% des Dresdner Stadtgebietes eigentlich überflutungsgefährdet sein können, kann man z.B. wie Sie so betrachten, gar nichts mehr zu bauen. Eine andere Reaktion könnte aber auch sein, maßvoll Hochwasserschutzmaßnahmen umzusetzen, damit in unserer Stadt weiterhin dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden kann, ohne ins Umland auszuweichen mit Folgekosten und neuen Umweltschäden durch erforderliche Infrastrukturprojekte. Es gibt nicht die eine Wahrheit, immer mehrere Betrachtungsmöglichkeiten. Es liegt bei Ihnen, sich zu entscheiden und zu engagieren.

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