Flutschutz bald auch für Pieschen

Der Bericht zum Junihochwasser 2013 den Dr. Christian Korndörfer, Leiter des Umweltamtes der Stadt Dresden zur Ortsbeiratssitzung Pieschen am Dienstag vorstellte, beinhaltet eine entscheidende Veränderung für unseren Stadtteil hinsichtlich des Hochwasserschutzes. Nach Auswertung der letzten Flut steigt der Bereich von der Marienbrücke bis zum Pieschner Eck auf in die Kategorie öffentlicher Gebietsschutz.

Beim Vergleich der absoluten Wassermenge war das Hochwasser 2013 das größte gemessene, größer sogar als 2002, jedoch schoben sich die Wassermassen letztes Jahr über einen längeren Zeitraum durch Dresden und verteilten sich dadurch in der Spitze flacher als 2002.

Überraschend war zu dem, dass das Wasser in Pieschen etwa 30cm höher stand als die Modellrechnungen es vorhersahen. Die Gründe dafür werden unterschiedlich diskutiert. Zum einen handelt es sich grundsätzlich um eine Modellrechnung, die sich in der Realität beweisen muß. Zum anderen haben die guten Flutschutzmaßnahmen im Zentrum und im Ostragehege das Wasser dort schneller ablaufen lassen. Dagegen wurde es auch weiterhin in Niederwartha angestaut, was wiederum Gohlis zum Verhängnis wurde.

Die Auswertung der Flut 2002 ergab damals Schäden in Höhe von etwa 2 Mio Euro, was bedeutete, dass der Bereich der Leipziger Straße in die Kategorie weniger schützenswert eingestuft wurde. Denn teure Bauten zum vorsorglichen Schutz vor Hochwasser in einem Umfang von vergleichsweise 8 Mio Euro standen in keiner vernünftigen Relation dazu. In der Praxis heißt das: ausschließlich Hochwasserabwehr wo möglich. Zum Glück haben die vielen engagierten freiwilligen Helfer die Flutabwehr 2013 beherzt selbst in die Hand genommen und schlimme Schäden für Pieschen verhindert.

In der Analyse zum Junihochwasser 2013 ist nun das Gebiet Zentralpieschen neu bewertet worden. Einerseits wird nun von höheren Pegalständen ausgegangen, was ein höheres Schadenspotential bedeutet. Andererseits hat sich die Werteinschätzung zu 2002 auch erheblich verändert. Gewaltige Investitionen auch aus vielen Fördermitteln in Straßen und Häuser, mehr Menschen, neue Gebäude und Anlagen zeugen von einem prosperierenden Stadtteil und erhöhen das Schadenspotential nun auf 12-14 Mio Euro.

Unter diesem Gesichtspunkt sehen Hochwasserschutzmaßnahmen im Umfang von 8 Mio Euro schon ganz anders aus. So folgte der Ortsbeirat auch der Beschlussvorlage mit der das Umweltamt mit der vorbereitenden Untersuchung eines öffentlichen Gebietsschutzes für die Leipziger Vorstadt zwischen Marienbrücke und Pieschner Eck beauftragte wird.

Nach ersten Ideen von Dr. Korndörfer führt die mögliche Deichlinie von der Marienbrücke hinter den Schrebergärten vor zur Elbe dann entlang der Kaimauer des Neustädter Hafens hinter den Volleyplätzen von City Beach. Außerhalb des Schutzbereiches liegen auch das Eselsnest und der Sportplatz. Danach folgt der Schutzwall der Leipziger Straße. Bei der Festlegung der Lage der Bauten gilt es sensibel zwischen Schutzwürdigkeit und Einengung der Elbe und Reduzierung der Retentionsflächen abzuwägen.

So erfreulich die Pläne für einen dauerhaften Hochwasserschutz für Pieschen auch sind, so lange sie nicht gebaut sind, bleibt für uns nur die individuelle Hochwasserabwehr und die auch nur in eingeschränktem Maße. Da Sandsackwände nur bis zu einer Höhe von 1,5m technisch sinnvoll und sicher sind, zieht sich darüberhinaus der öffentliche Katastropenschutz zurück. Die fortführenden Aktionen der vielen freiwilligen Helfer 2013 entlang der Leipziger Straße waren zum Teil leichtsinnig und gefährlich. Wie die Hochwasserabwehr zukünftig besser und zweckmäßiger koordiniert werden kann, muß unbedingt jedoch separat diskutiert werden.

Ähnlich unbefriedigend verlief die Nachfrage nach dem Hochwasserschutz für Übigau. Generell wie auch für Übigau liegt die Zuständigkeit für den Hochwasserschutz bei der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV). Zum Schutz von Übigau wurden bereits Maßnahmen eingeleitet, wie eine Beschlussvorlage aus dem Jahr 2011 zeigt. Den Stand der Realisierung werden wir separat beim LTV nachfragen.

Frank Walther, 5. Juni 2014

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