Galileistrasse ist möglich

Erwartungsgemäß war das eigentliche Thema für die Bürgerversammlung am 3. September 2014 im Rathaus Pieschen Nebensache, stattdessen bestimmte die seit fast einem Jahrhundert unvollendete Galileistrasse in Dresden Trachau die Diskussion im gut besetzten Bürgersaal.

Bürgerversammlung 3 September 2014Hillrich Teismann, Sachgebietsleiter im Stadtplanungsamt Dresden und seine Mitarbeiterin Sabine Böcker sowie Anja Weck vom Radeberger Planungsbüro Schubert hatten zur Bürgerinformationsveranstaltung eingeladen, um das Bauvorhaben von SchwörerHaus an der Neuländer Straße vorzustellen. Im Rahmen des beschleunigten Genehmigungsverfahrens wäre dies eigentlich nicht notwendig gewesen, doch da sie sich der Brisanz des Themas durch die berührte fiktive Galileistrasse bewusst sind, war es mehr als angemessen, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen.

Die zahlreichen Wortmeldungen der anwesenden Bürger begrüßten, wenn überhaupt mit wenigen Fragen das Engagement von SchwörerHaus acht Einfamilienhäuser auf dem Gelände einer ehemailigen Gärtnerei zu bauen,  allgemein sehr. Vielmehr wurde die unendliche Geschichte der vor langer Zeit mit dem gesamten Wohngebiet geplanten Galileistraße ausgiebig dargelegt und mit persönlichen Erfahrungen und Befindlichkeiten illustriert.

Auch aus Sicht des Stadtplanungsamtes ist der Bau der den Hang in der Mitte erschließenden Galileistraße durchaus sinnvoll, doch liegt fast die gesamte Fläche offiziell derzeit im Bereich erhöhter Fluglärmbelastung. Damit darf in diesem im Außenbereich befindlichen Gebiet kein neues Wohngebiet geplant werden. Die Grundstücke sind daher rein faktisch Gärten, für die aufwendige Straßenplanungen oder sogar Straßenbau nicht erklärbar sind. Die logistischen und finanziellen Mittel der Stadt Dresden gebieten einen nachvollziehbar sinnvolleren Einsatz.

Zwar hat sich die Einflugschneise der Flugzeuge seit dem Bau der neuen Landbahn weiter nach Osten verschoben, doch bis diese neuen Daten und Lärmberechnungen im Regionalplan rechtskräftig sind, kann es noch bis spätestens 2017 dauern. Dann wiederum wäre das Gebiet um die fiktive Galileistrasse fast komplett außerhalb des Fluglärmbereiches, was eine Wohnunggebietsplanung dann aber ermöglichen würde.

Erst relativ am Ende der sich oft im Kreis drehenden Diskussion wurde jedoch der eigentliche Knackpunkt um den Bau der Galileistraße klar, als Herr Teismann deutlich erklärte, dass die Stadt Dresden keine Straßen auf eigene Kosten plant und baut. Alle Projekte insbesondere in Wohngebieten werden von privaten Investoren angeschoben und finanziert, wie im übrigen auch bei dem Projekt der Firma SchwörerHaus, die zur inneren Erschließung des Grundstückes auf ihre Kosten eine Straße baut, die bei Fertigstellung öffentlich gewidmet und dadurch an die Stadt Dresden offiziell übergeben wird.

Sollten die betroffenen Bürger sich z.B. innerhalb einer GbR zusammenfinden, ein Planungsbüro beauftragen und die Planungs- und Baufinanzierung sicherstellen, so Teismann weiter, könne man gern einen Termin vereinbaren und die Details zum weiteren Vorgehen besprechen. Ideen wie die Straße verlaufen könnte und wo die theoretisch möglichen etwa 30 neuen Häuser stehen könnten, gibt es schon. So überraschte er die Anwesenden mit einer bunten Karte einer perspektivischen Planung für das Gebiet. Trotzdem, einige Herausforderungen zeichnen sich bereits ab. So besitzt die Stadt Dresden überwiegend alle Grundstücke, auf der die Straße entstehen könnte, aber an mindestens zwei Stellen eben doch nicht. Zum anderen steht genau auf der Kreuzung zur Eulerstraße eine riesige unter Naturschutz stehende Eiche, um die die Straße zu Lasten der privaten Grundstück daneben herumgeführt werden müsste.

Nun ist es bei den Anwohnern, aktiv zu werden und sich im Rahmen einer Initiative zusammenzufinden. Die CDU Pieschen unterstützt dabei gern nach Kräften. Eine Realisierung der Galileistraße ist jedenfalls nach fast 100 Jahren etwas greifbarer geworden.

Frank Walther, 4. September 2014

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