Böse neue Hotels

Kommentar zum SZ-Artikel „Neues Holiday-Inn Hotel öffnet im Juni“ vom 8. April 2015

Natürlich gehört es auch zu den Aufgaben eines Verbandschef auf die Tränendrüse zu drücken und die Sorgen seiner Hoteliers auszusprechen und sei es nur, um die dringend notwendige Erhöhung des Dresdner Marketingbudgets zu erreichen.

Man sollte jedoch bedenken, dass der Bau eines neuen Hotels eine rein unternehmerische Entscheidung ist, in die niemand eingreifen kann und will. Auch die etablierten Hotels waren einmal neu hier und genießen nicht schon deshalb Bestandsschutz. Das investiert wird, hat auch mit der derzeitigen Niedrig- fast Negativzinspolitik zu tun, durch die sehr viel Kapital herumschwirrt und angelegt werden will. Trotzdem würde niemand in Hotels investieren, wenn Dresden nicht ein attraktiver Tourismusstandort wäre.

Aus städtischer Sicht haben Neuansiedlungen viele positive Seiten. Jedes neue Hotel bedeutet ein neues Marketingbüro, welches schon aus eigenem Überlebenswillen Werbung für Dresden und die Region machen wird. Positiv ist es auch für die anderen Branchen von Kultur bis Gastronomie. Denn die Reisebudgets sind relativ fix. Wer durch ein breites Hotelangebot am Übernachtungspreis sparen kann, der ist in der Lage und gibt nachweislich gern mehr aus für andere Dinge. Was für Kneipenmeilen gilt, ist bei Hotels adäquat. Ein großes Angebot wirkt anziehend.

Dennoch, schwierig wird es für die Hotels in den Außenbereichen. Touristen wollen am liebsten viel Qualität für wenig Geld mit Blick auf Semperoper oder Frauenkirche. In den zentrumsfernen Gebieten werden wohl deshalb noch öfter alternative Geschäftsmodelle zu beobachten sein.

Frank Walther, 10. April 1015

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