Links-Grüner Stumpfsinn in Kaditz-Mickten

Seit Jahren wird beim Wohnprojekt Marina Garden am Alexander-Puschkin-Platz um jede Etage, jeden Meter und die Erhaltung der segensreichen Arbeitsplätze der Kreativwirtschaft auf das Heftigste gekämpft. Nur zwei Kilometer weiter westlich ist bei den Pieschner links-grünen Ortsbeiratsmitgliedern plötzlich alles egal. Ist das nun Unvermögen, Trägheit oder schlicht weg Desinteresse?

Wir freuen uns sehr, dass auf der seit Jahren voll erschlossenen Brache zwischen Sternstraße und Flutrinne endlich etwas passieren soll. Die Absicht des in der gestrigen Ortsbeiratssitzung anwesenden Eigentümers dort Wohnungen für etwa 1.500 Menschen zu bauen, scheint ernsthaft zu sein. Trotzdem ist es der CDU Pieschen nicht gleichgültig, wie gebaut wird.

Mit der von Hillrich Teismann, Sachgebietsleiter im Stadtplanungsamt Dresden vollmundig präsentierten fünf bis sechs geschossigen Blockbebauung plus ausgebautem Dachgeschoss bis an die Flutrinne heran, werden wir uns nicht abfinden. Die Notwendigkeit die schwer verdauliche Klagemauer gegenüber der Sparkassenversicherung architektonisch weiterführen zu müssen, erschließt sich für uns nicht. Was bei Marina Garden und Hafencity unmöglich ist, wird hier jedoch von der Links-Grünen-Mehrheit einfach hingenommen. Unser Änderungsantrag dazu wurde nur in deutlich abgeschwächter Form bestätigt.

Problematisch für das neue Wohngebiet ist das angegrenzende Gewerbegebiet an der Böcklinstraße. Von dort ausgehender Lärm macht besondere bauliche Auflagen wie schallisolierte Fenster oder Verlagerung der Schlafräume auf die andere Seite notwendig. Bemerkenswert ist, dass mit zunehmender Gebäudehöhe das Lärmproblem zunimmt. Statt auch deshalb die Etagen zu reduzieren und wie von uns vorgeschlagen, den schützenden Grünstreifen zu verbreitern, machte Herr Teismann deutlich, dass er die Lösung eher in der sukzessiven Abwicklung des Gewerbehofes sieht. So sollen ernsthaft Standortgenehmigungen geprüft werden, in der Hoffnung, das Problem verflüchtigt sich. Wohin die Gewerbetreibenden sollen und das damit Existenzen auf dem Spiel stehen, scheint ohne Bedeutung.

Ein besonderes stadtplanerisches Schmankerl ist die Idee, die bestehenden Grünachse, die diagonal durch das große Baugebiet oberhalb der Sternstraße führt, am unteren Ende aufwendig umzuverlegen und diesen Grünzug dann bis zur Flutrinne zu verlängern. Diese schillernde Erleuchtung eines extra beauftragten Planungsbüros soll Investoren begeistern, nun dort endlich zu bauen. Komisch nur, dass dem anwesenden Grundstückseigentümer dies auf Nachfrage ziemlich egal war. In der Umsetzung bedeutet es aber, mittlerweile recht stattliche Bäume zu fällen, neu gebaute Straßen und Medienanschlüsse umzulegen. Den dafür notwendigen sechsstelligen Geldbetrag könnten nach Auffassung von Herrn Teismann später die Investoren per Umlage tragen. Unser Änderungsantrag auf diesen Irrsinn zu verzichten, fand leider keine Mehrheit.

Unsere Einwände, die im Verkehrsentwicklungsplan 2025 angedachte Brücke vom Ostragehege in Richtung Elbepark bei den Planungen zu berücksichtigen und das Gesamtkonzept für das große Wohngebiet im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung vorzustellen, wurde glücklicherweise mehrheitlich bestätigt.

Wir jedenfalls werden weiter dafür kämpfen, dass die Chance auf ein neues, attraktives Wohngebiet mit hoher Lebensqualität nicht vertan wird, genauso wie uns die Gewerbetreibenden an der Böcklinstrasse nicht egal sind.

Frank Walther, 9. September 2015

Linkes Bündnis gegen Wohnungen am Puschkin Platz

Das wahre Gesicht des Dresdner linken Bündnisses als Verhinderer vom Bau neuer Wohnungen zeigte sich auch in der gestrigen Ortsbeiratssitzung in Pieschen. Die Spanne der Individualinteressen im spontan vorgelegten Ersetzungsantrag reichte von absurden grünen Hochwasserschutzauflagen, über massive Einschränkungen der Bebaubarkeit einschließlich Sozial-Touch bis zur wiederholten linken Klientelpolitik zu Gunsten der verbändelten Kreativszene.

Schon allein deshalb war unsere Zustimmung zu der von der Verwaltung eingebrachten Vorlage zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 357 C für das Baugebiet am Puschkin-Platz nicht mehr möglich. Mit ihren zwei Stimmen Mehrheit setzte die linke Koalition sich über die bürgerliche Vernunft und die fachlichen Einwendungen von Stefan Szuggat, dem Amtsleiter des Stadtplanungsamtes hinweg.

Unter normalen ideologisch unbelasteten Zuständen in Dresden wäre ein B-Plan-Verfahren vermutlich der richtige Weg um die verschiedenen Anliegen wie Vorgaben aus dem Masterplan Leipziger Vorstadt, eine städtebaulich gute Wohnbebauung, Erschließung und Wege sowie Hochwasserschutz unter einen Hut zu bekommen. So aber wird das Planungsverfahren sich über Jahre hinziehen, von allen Seiten völlig zerquatscht werden und auf der unansehnlichen Brache wird letztlich gar nichts mehr passieren.

Das es auch einfacher ginge, bestätigte Stefan Szuggat auf unsere Nachfrage hin. Da das Grundstück im Innenbereich der Stadt liegt und es in der näheren Vergangenheit bereits Baugenehmigungen gab, könnte man das Bauvorhaben der Eigentümerin auch nach dem einfachen Verfahren nach § 34 BauGB entscheiden.

Ähnliches gilt für den zweiten Antrag der Verwaltung zur Verhängung einer Veränderungssperre für das Grundstück. Das eigentlich positive Mittel, welches bis maximal vier Jahre ausgedehnt werden kann, um in Ruhe einen B-Plan zu erarbeiten, wird durch die Interessenslage der linken Stadtratsmehrheit ebenfalls zu einer langfristigen Blockade und tatsächlichen Ruhe führen.

Rechtlich fragwürdig ist an diesem Antrag für eine Veränderungssperre außerdem, dass er sich u.a. auf einem Stadtratsbeschluss vom 22. Januar 2015 begründet, der aufgrund der Befangenheit der linken Stadträtin Jaqueline Muth durch die Landesdirektion bemängelt und welcher durch den neuen o.g. Antrag auf Erstellung eines B-Planes gerade aufgehoben wurde. Zu diesem Formfehler befragt, war Herr Schwarzmann vom Stadtplanungsamt sprachlos.

Zum Ansinnen der Errichtung eines Gebietshochwasserschutzes für Pieschen relativiert Stefan Szuggat und stimmt zu, dass es keinen Planungsauftrag durch das zuständige Sächsische Umweltministerium gibt. Das beabsichtigte B-Plan-Verfahren soll auch hier dazu dienen, eine individuelle Lösung für das Grundstück und das Bauvorhaben zu finden. Gleiches gilt für eine mögliche Elbbrücke von der Erfurter Straße. Diese müsste aufgrund der verschiedenen Beschlüsse und Konzepte bei der Planung mit bedacht werden. Die Ansicht der Verwaltung ist jedoch, dass sie weder logistisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist und deshalb gar nicht gebaut werden soll.

Man kann der Eigentümerin nur einen langen Atem wünschen mindestens bis zur nächsten Stadtratswahl. Für dringend benötigten Wohnungsbau in Dresden zu sorgen, ist leider nur ein weiteres Lippenbekenntnis des linken Lagers. Der Imageschaden für unsere Stadt ist jedenfalls schon ausgemacht.

Frank Walther, 15. April 2015

Romantik statt Licht

Wem es nachts auf der Bolivarstraße in Dresden Trachau schummrig vorkommt, der sollte es besser romantisch sehen, denn am Licht wird sich nichts ändern. Auf Anfrage des Ortsbeirates Pieschen antwortet der Amtsleiter des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes Prof. Reinhard Koettnitz:

„Die Bolivarstraße ist mit einer gasbetriebenen Straßenbeleuchtung ausgestattet, die im Zusammenhang mit dem Bau der Siedlungshäuser 1930/31 errichtet wurde. Diese Art der Beleuchtung, die vor ca. 200 Jahren erfunden wurde, ist eine der unwirtschaftslichsten Methoden der Straßenbeleuchtung. Neben unakzeptablen Lichtleistungen sind u.a. hohe Energiekosten, Unterhaltungsaufwendungen und Umweltbelastungen, wie z.B. der CO² – Ausstoß zu nennen.

Im Vergleich beträgt die Lichtausbeute einer auf elektrischen Betrieb umgestellten Beleuchtung, wie auf der Schützenhofstraße, 79 Lumen/Watt. Dem gegenüber stehen 1,59 Lumen/Watt der vorhandenen Gasbeleuchtung der Bolivarstraße. Folglich kann festgestellt werden, dass die Beleuchtungsanlage im elektrischen Betrieb im Verhältnis zur Gasbeleuchtung eine um etwa 50-mal höhere Lichtleistung aufweist und im Umkehrschluss 50-mal weniger Energie verbraucht.

Um auf der Bolivarstraße eine Beleuchtung nach dem heutigen Stand der Technik zu erreichen, wäre die Errichtung einer effizienten elektrischen Straßenbeleuchtung notwendig.

Dem entgegen steht der Beschluss zur Erhaltung der historischen Gasbeleuchtung zu der auch die Straßenbeleuchtung der Bolivarstraße zählt. Eine Veränderung dieser zugunsten einer dem heutigen Standard entsprechenden Beleuchtung ist aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich. Somit bleibt die unbefriedigende Beleuchtungssituation für die Bürgerschaft weiterhin bestehen.“

Im übrigen gehört die Riesaer und die Barbarastraße in Pieschen-Nord nicht zum denkmalgeschützten Erhaltungsgebiet für Gaslaternen. Daher sollen diese im Laufe diesen Jahres gegen elektrisches Licht getauscht werden.

Frank Walther, 10. April 2015

Schollbachs Hilflosigkeit

Kommentar von Christoph Böhm zu einem DNN Interview mit André Schollbach vom 7. April 2015

Herr Abgeordneter Schollbach hat sich mit einem Interview einigen Aufwand gemacht, der Dresdner CDU und Markus Ulbig einige gute Ratschläge mit auf dem Weg zu geben. Diese Mühe möchte man natürlich würdigen und darauf inhaltlich Erwidern.

Jedoch muss leider bereits einleitend festgestellt werden, dass Herr Schollbach in seinen Ausführungen einen kleinen, aber im Ergebnis gravierenden Fehler macht: er setzt die Dresdner Union und ihre Politik der letzten 25 Jahren mit ihrem OB-Kandidaten Markus Ulbig gleich. Herr Ulbig ist zwar nun unserer Landeshauptstadt seit vielen Jahren privat und dienstlich stark verbunden, aber kommunalpolitisch hat er nun einmal bisher die Richtung der Dresdner Union einfach nicht maßgeblich mitbestimmt. Ganz im Gegenteil, hat er aufgrund seiner Arbeit als Oberbürgermeister von Pirna oder sächsische Innenminister, schon immer eine eigene bodenständige Meinung zu vielen Themen gehabt. Etwas, dass in einer pluralistischen Gesellschaft durchaus zu begrüßen ist.

Dementsprechend ist es von Herrn Schollbach absurd in einem Zirkelschluss hier Markus Ulbig Inkonsequenz vorzuwerfen. Stattdessen bleibt dieser tatsächlich vielmehr seiner bisherigen Maxime treu und setzt nun auch innerstädtisch eigene Impulse um Dinge zu bewegen. Wie gewohnt kommt er aber dabei nicht mit fixen Ideen an, sondern präsentiert konkrete Konzepte, welche auch Umsetzbar sind; anstatt von Luftblasen zeigt er Wege auf.

Womit Herr Schollbach aber durchaus recht zu haben scheint, ist seine Behauptung, dass Markus Ulbig „der beste Wahlkampfhelfer für Rot-Rot-Grün“ sei. Aber eben nicht so wie geschildert, weil er Hilflosigkeit offenbare, sondern da er im Gegenteil Rot-Rot-Grün – vollkommen ungewollt – aus deren eigener Hilflosigkeit hilft.

Aber gehen wir zur kurzen Erinnerung noch einmal zurück zum Stadtrats-Wahlkampf 2014. Hier hatte gerade die Linke damals sehr stark ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf die Dresdner Wohnraum-Problematik gesetzt und schnelle Lösungen vollmundig versprochen. Seit ihrem Wahlerfolg ist es aber verdächtig ruhig geworden; anstatt von konkreten Konzepten oder gar einer beginnenden Umsetzung, hört man genau Nichts.

Im Interview skizziert Herr Schollbach nun den Aufbau einer neuen WoBa auf Basis von städtischen Grundstücken, die in das Anlagevermögen einer neuen Gesellschaft überführt werden sollen. Das klingt jetzt schon konkret, ist aber leider nicht einmal eine eigene Idee. Vielmehr ist es in verkürzter Form genau jener erste Lösungsansatz, welchen Markus Ulbig bereits im letzten Landtagswahlkampf öffentlich formulierte und seither auch stets vertreten hat.

Die Linke greift damit einfach eine fremde Idee auf, gibt sie als die ihrige aus und unterstellt dann dem ursprünglichen Ideengeber Hilflosigkeit – man kann das wohl getrost als im Kern grotesk bezeichnen. Der große Unterschied zur Linken ist weiter, dass Markus Ulbig seine Idee seitdem weiter ausgeplant und verfeinert hat. Mit der DreWo hat er nun einen konkreten Lösungsansatz vorgelegt, welcher bereits auf seine Machbarkeit und finanzielle Verträglichkeit abgeklopft wurde.

Des Weiteren ist klar, dass diese DreWo nur ein einzelner Baustein eines umfassenden Ansatzes sein wird die Wohnraum-Lage anzugehen und zu verbessern. Denn die Anforderungen an Wohnraum sind vollkommen berechtigterweise so vielseitig und individuell wie es die Dresdner Bürger selbst sind. Neben der angedachten Wohnraumschaffung durch die DreWo ist auch abzusehen, dass als weitere Bausteine eine Unterstützung der Wohnungsbaugenossenschaften, der Beistand bei der Schaffung von privaten Wohneigentum sowie eine taugliche und ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit privaten Investoren stehen werden. Nur mit solch einem im Ergebnis ganzheitlichen Ansatz, kann guter und vielseitiger Wohnraum geschaffen werden, der unsere Stadt voran bringt und den unterschiedlichen Belangen gerecht wird.

Dagegen baut man auf Seiten der Linken selbst weiter halbe Luftschlösser auf Sand und scheint tatsächlich zu glauben, dass eine größtmögliche WoBa irgendwie – vielleicht –  auf einen Schlag einfach alle vorhandenen Probleme lösen könne, ohne neue Probleme zu schaffen. Insbesondere blendet man die schwerwiegenden Finanzierungsproblemen und daraus folgenden gravierenden Verschuldungen geflissentlich aus. Eine städtebaulich verträgliche Lösung wird so aber niemals gelingen können.

Aber auch in einem anderen Punkt gleitet Herr Schollbach an die Grenze des Bizarren ab. So unterstellt er der Dresdner Union, dass sie Quell eines Dresdner „konservativ[en] Mief[es]“ sei, welche nicht für eine „moderne Großstadt-Union“, sondern eine „kleinkarierte Ulbig-CDU“ stehen würde.

Auch wenn es von Herrn Schollbach hier sehr freundlich ist der Dresdner Union bei der Eigenfirmierung zu helfen und Ratschläge zu geben, wie sie sich als politischer Konkurrent denn zu verorten habe, so ist diese Kritik zurückzuweisen.

Schon alleine weite Teile des bürgerlichen Lagers Dresdens pauschal zu verunglimpfen ist in Formulierung und Wesenskern einfach nur unsäglich. Genauso unsäglich wie der abermalige Zirkelschluss die Dresdner Union und Markus Ulbig wieder für die letzten 25 Jahre gleichzusetzen.

Des Weiteren sei daran erinnert, dass es vor allem das herausragende Engagement der Oberbürgermeisterin a. D. Helma Orosz war, welches unter anderem auch zusammen mit der Dresdner Union dazu geführt hat, die bisher unsäglichen alljährigen Vorkommnisse zum 13. Februar dauerhaft wieder zurückzudrängen. Der weitergehende Vorwurf an die Person Markus Ulbig ist dann einfach nur absurd.

Auch hier zur Erinnerung, es war der damalige Pirnaer Oberbürgermeister Markus Ulbig, welcher im Jahre 2002 in ‚seiner‘ Stadt ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis gegen Extremismus gründete und welchem es mit dieser ‚Pirnaer Initiative‘ gelang, die vorhandenen Probleme anzugehen.

Seine von ihm gegen Extremismus gerichtete Strategie gilt weiter als absolut vorbildlich und er wurde dafür auch mit der renommierten Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet.

Sollte die von Herrn Schollbach so titulierte ‚Ulbig-CDU‘ auch in Dresden für ein gesellschaftlich breites, friedliches und zielführendes Bündnis der Zivilgesellschaft gegen jeglichen Extremismus stehen, so ist das ein Dresdner Weg, welchen man gerne zusammen beschreitet.

Christoph Böhm ist stellvertretender Vorsitzender des CDU Ortsverbandes Pieschen sowie Mitglied im Ortsbeirat Pieschen. Darüber hinaus engagiert er sich in der Jungen Union Dresden.

CDU Pieschen ist für Drewo Idee

Der CDU Ortsverband Pieschen hat sich am gestrigen Abend mehrheitlich für den Vorstoß von OB-Kandidat Markus Ulbig zur Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft Drewo ausgesprochen. Mario Dense, Pressesprecher des CDU Landesverbandes und Leiter des OB-Wahlkampfteams, war als Gast dabei und stellte Strategien und Hintergründe der gesamten Wahlkampfkampagne vor.

Auch wir haben, genauso wie Markus Ulbig, in unseren Gesprächen registriert, wie wichtig das Thema Wohnen für die Dresdner ist. In einer so rasant wachsenden Stadt, in der die Bautätigkeit hinterher zu hinken droht, ist die Angst davor, nicht mehr die Wohnung zu finden, die man braucht und zu einem vertretbaren Preis, nachvollziehbar. Mit Recht erwarten die Menschen, dass die öffentliche Hand ihre Verantwortung wahrnimmt, kontrollierend einzuwirken. Nicht komplett alles darf dem freien Markt überlassen werden besonders im Hinblick auf sozial Schwache.

Der Verkauf der Woba an die Gagfah war in der damaligen Situation die absolut richtige Entscheidung. Inzwischen ist Dresden auf einem komplett anderen Weg und die Zeiten haben sich einschließlich der Bedingungen des Kapitalmarktes auch geändert. Nur auf die 10.000 Belegwohnungen bei der Gagfah zu vertrauen wäre törricht, zu mal der Zugriff darauf ohnehin zeitlich begrenzt ist.

Klar ist, die Gründung einer neuen städtischen Wohnungsgesellschaft ist eine harte Kehrtwende für die Dresdner CDU. Aber wenn wir tatsächlich mehr zuhören wollen, müssen wir auch bereit sein, von Gewohntem abzurücken und neue Wege zu gehen. Markus Ulbig hat zugehört. Er ist der Kandidat unserer Partei aber er hat als Oberbürgermeisterkandidat auch das Recht, eigene Akzente zu setzen.

Frank Walther, 26. März 2015

Streit nicht auf dem Rücken der Bevölkerung austragen!

Der CDU Ortsverband Pieschen ist besorgt wegen der Eskalation im Streit um die Bebauung am Puschkinplatz. Wir fordern die Verwaltung, inbesondere den Ersten Bürgermeister Dirk Hilbert auf, endlich jahrelange Versäumnisse nachzuholen und sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zusetzen, um eine Lösung zu erreichen.

„Es kann nicht sein, dass das Hin und Her bei der Genehmigung eines Wohnareals am Puschkinplatz nun auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird, in dem womöglich der beliebte Elberadweg gesperrt und zerstört wird,“ so Stadtrat Veit Böhm. „In den letzten Jahren ist auf allen Seiten viel Porzellan zerschlagen und Vertrauen zerstört worden. Wir wollen eine Wohnbebauung auf dem Gelände, auch weil Dresden dringend neue Wohnungen braucht, aber es müssen auch öffentliche Interessen beachtet werden, wie eine vernünftige dem Gelände angepasste Bebauung und besonders der Hochwasserschutz. Das erfordert eine komplexe Lösung, die nur zu erreichen ist, wenn sich alle an einen Tisch setzen, Eigentümer, Verwaltung und Politik. Das Gerangel schadet dem Ansehen der Stadt und schreckt dringend benötige Investoren ab.“

Pressemitteilung des CDU Ortsverbandes Pieschen
Frank Walther, 19. März 2015

Schulhöfe und Schulsportplätze öffnen!

Angesichts derzeit brennender Themen wie Pegida, städtischer Haushalt, Wohnen oder Flutschutz liest sich die zweite Auflage der Spielplatzentwicklungskonzeption wie eine schöne Weihnachtsgeschichte. Entsprechend verklärt war anfangs auch die Diskussion dazu bei der Dezember Ortsbeiratssitzung in Pieschen am letzten Dienstag und man kann ahnen, warum die 2. Fortschreibung eigentlich im Jahr 2011 geschrieben wurde und gut drei Jahre durch die Verwaltung bis in die politischen Gremien brauchte.

Auf 64 Seiten wird wissenschaftlich fundiert und gut nachvollziehbar dargestellt, was unsere Kinder und vorallem Jugendliche brauchen in Sachen Freizeitaktivität. Das Angebot an Spielplätzen ist verständlicherweise im Stadtgebiet ungleich verteilt. Besonders in den kinderreichen Stadtgebieten Neustadt und Pieschen gibt es für alle Altersgruppen rote und dunkelrote Flecken für erhöhten Bedarf. Aber auch der Mangel bei den älteren Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren ist allgemein auffällig.

Typisch bei allen derartigen Konzeptionen, von denen es in Dresden zahlreiche für alle denkbaren Themen gibt, ist, dass sie einen Idealfall beschreiben, den es nach Möglichkeit in der Zukunft zu erreichen gilt. Konzeptionen sollen bei so viel wie möglich Planungen und Entscheidungen einfliesen, was aber von Verwaltungsmitarbeitern und Politikern einen enormen Weitblick und breite Sachkenntnis verlangt.

Ebenso charakteristisch an Konzeptionen ist deren finanzielle Unverbindlichkeit. Keine der dargestellten Maßnahmen ist mit monetären Inhalten untersetzt. Sie gelten lediglich als Entscheidungshilfen. So schockierte auch die dazugehörige Vorlage bei ihrer wagen Aussage, dass eine Umsetzung des Konzeptes in Abhängigkeit der finanziellen Möglichkeiten der Dresden erfolgen soll. Dabei ist zu bedenken, dass für den Spielplatzbau explizit kein Geld im Haushalt vorgesehen ist. Andererseits ist das Spielplatzangebot in den letzten Jahren trotzdem gewachsen und die Anlagen müssen und werden auch gepflegt und in Stand gehalten. Verständlich, dass Wolfgang Daniels von den Grünen mit einem von allen Parteien unterstützten Ergänzungsantrag mehr Geld von der Stadt und dem Land forderte.

Wer die Konzeption aufmerksam liest, dem fällt ein Lösungsvorschlag auf, der durchaus Sinn macht und eigentlich nichts kostet, nur den Willen es zu tun. Viel Geld wurde schon und wird zukünftig in den Bau und die Sanierung unserer Schulen und deren Sport- und Außenanlagen investiert. Während der Schulzeiten mehr oder weniger aktiv genutzt, werden die Schulhöfe, Schulsport- und spielplätze jedoch nach Schulschluß verriegelt. Andererseits suchen wir dringend gerade für die Tennager nach Flächen zur aktiven Freizeitgestaltung. Sicher muß vieles geklärt werden, bevor man die Schulanlagen einfach länger offen lässt, wie Reinigung, Kontrolle, Versicherung, Vandalismus aber auch mögliche Lärmbelastung in dichtbesiedelten Gebieten. Aber es wäre unsinnig, dieses Potential liegen zulassen. Unser Antrag, die Oberbürgermeisterin zu beauftragen, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Schulhöfe sowie Schulsport- und spielplätze außerhalb der Unterrichtszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich sind, fand deshalb parteiübergreifend Zustimmung.

Eine reine Änderung der Betrachtungsweise, kann manch neue Wege auftun. Der neue Blickwinkel auf die Freizeitaktivitäten unserer Jugendlichen kommt hier ursprünglich aus dem Sportbereich. Als Flächen für Sport und Spiel werden nun nicht mehr nur die reinen Spielplätze betrachtet, sondern man ordnet sie in Bewegungsräume ein. So entsteht ein großflächiges Netz aus Sport- und Spielplätzen aber auch Parks, Grün- und Waldflächen. All diese Angebote werden zu einem vernetzten System der aktiven Betätigung verbunden und eröffnen neue komplexe und vielseitige Möglichkeiten.

Eine letztlich kreative und engagierte Diskussion im Bürgersaal Pieschen brachte so doch neue und optimistische Perspektiven im Sinne unserer Kinder.

Frank Walther, 15. Dezember 2014