Pieschner sind interessiert an ihrem Stadtteil

Etwa 200 Bürgerinnen und Bürger von jung bis alt kamen zur Bürgerversammlung zum Thema Stadtentwicklung organisiert vom CDU Ortsverband Pieschen. Selbst Baubürgermeister Marx war sichtlich überrascht über das rege Interesse, das den großen Saal im Ball- und Brauhaus Watzke am Mittwoch gut füllte.

Stadtentwicklung Pieschen - wie weiter

Ziel der Veranstaltung, bei der auch Stadtrat Gunter Thiele im Präsidium saß, war es zunächst über den aktuellen Stand verschiedenster Bauprojekte im gesamten Stadtteil zwischen Trachau und Kaditz aus erster Hand zu informieren aber auch die Bürger einzuladen, sich aktiv in die Entwicklungsphasen einzubringen, ihre Meinung kundzutun und den Prozess weiterzutragen. Transparenz und offener Dialog sollten das Vertrauen in die verantwortungsvolle Politik der CDU mit und für die Bürger stärken, aus der alle Beteiligten Impulse und Begeisterung mitnehmen.

Da im Vordergrund die Baustellen standen, bei denen die Anwohner im Moment die größten Einflussmöglichkeiten haben, begann der Abend mit der Industriestrasse. Bürgermeister Marx präsentierte die derzeitige Vorzugsvariante für einen Ausbau, bei dem die Ansichten der Anwohner aus der auch von uns organisierten Bürgerversammlung vom letzten Jahr eingeflossen sind. Die bereits damals favorisierte Variante „Schutzstreifen“ wurde etwas modifiziert. Der wesentliche Punkt, Wegfall von vielen wichtigen Parkplätzen, soll nun durch einen Besucherparkplatz mit 80 Stellplätzen für das Krankenhaus Neustadt aufgefangen werden. Ein geeignetes Grundstück wurde bereits von der Stadt übertragen. Ob der Parkplatz auch wirklich zeitnah vom Krankenhaus eingerichtet wird, wird die CDU Pieschen kritisch beobachten.

Die Entwicklung des Wohngebietes an der Sternstrasse weckte, für uns zur Überraschung, beim Publikum relativ wenig Interesse genauso wie die von uns avisierte Umwandlung der bis heute brachliegenden Gewerbeflächen entlang der Heidestrasse in Wohnbauflächen. Hier ist offenbar die Betroffenheit bei diesen Themen noch minimal.

Die größte Anziehungskraft hatten wohl die Hufewiesen in Alttrachau. Durch die Aktivitäten der Bürgerinitiative und medial hochgespielt, ist dies momentan ein Dauerbrenner im Stadtgebiet, obwohl es rein faktisch auf offizieller Ebene derzeit die wenigstens Entscheidungsspielräume gibt. Marx machte sehr deutlich, dass es auf Grund gesetzlicher Lärmschutzvorgaben durch Bahn und Flugzeuge, nicht absehbare Überflutungsrichtlinien und Grenzen im Baugesetz auf absehbare Zeit keine Baugenehmigungen auf dieser Fläche geben wird. Die Bürgerinitiative sollte sich hier mit dem privaten Eigentümer, der natürlich ein Vermarktungsinteresse hat, über ein Konzept verständigen. Der Ruf nach öffentlichem Geld zum Ankauf des Grundstückes kann hier nicht die Lösung sein. Vielmehr ist bürgerschaftliches Engagement gefragt.

Die Realisierung der letzten großen Projekte aus dem Förderungprogramm „Sanierungsgebiet Pieschen“, in dem allein 56 Mio Euro Fördergelder verbaut wurden, beginnt 2015. Die Konkordienstraße wird durch einer Art Spielstraße mit dem schönen Namen „Pieschner Melodien“ verlängert. Sie soll die bisher kaum zugänglichen Innenbereiche des Wohnquartiers erschließen und eine verdichtende Wohnbebauung ermöglichen. Der Bau der Markuspassage war schon lange geplant und wurde durch zähe Grundstücksregulierungen verzögert. Nun soll die Lücke von der Leipziger Straße zur Bürgerstraße durch zwei Wohnblocks mit kleinen Geschäften im Erdgeschoss geschlossen werden.

Für die Ruinen des Sachsenbades und der alten Druckerei an der Riesaer Straße Nutzungsmöglichkeiten zu finden, steht bereits auf der Agenda der CDU Pieschen, so Ortsverbandsvorsitzender und Stadtratskandidat Veit Böhm. Wo sich für die Druckerei schon eine sehr schöne Lösung mit dem Einzug der Kreativwirtschaft und Enstehung des Zentralwerks abzeichnet, ist beim Sachsenbad noch alles offen. Klar ist, dass die Sanierungs- und späteren Betriebskosten als Schwimmbad zwei bis drei neue moderne Bäder rechtfertigen würden. Umbauten zu Schule oder Kindergarten sind gleichermaßen geprüft und finanziell ruinös. Damit scheidet eine Nutzung durch die öffentliche Hand aus. Gefragt sind nun private Konzepte für das zum Teil denkmalgeschützte Gebäude.

Letztes Diskussionthema an diesem Abend war auch die in Pieschen kritische Parkplatzsituation. Die schönen alten Mietshäuser aus der Gründerzeit waren nicht für ein oder zwei Autos pro Wohnung gedacht, so Bürgermeister Marx. Damit gibt es, wie auch in anderen Stadtteilen Dresdens, keine Patentlösung. Eine Möglichkeit sind Stadtteilparkhäuser, die jedoch privat finanziert und gebaut werden müssten. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass diese zum Teil leer stehen, da die Anwohner die Kosten scheuen. Offensichtlich ist der Druck noch nicht groß genug. Eine andere Lösung sind die auch von der CDU Pieschen angestebten Parkraumkonzepte, d.h. Anwohnerparkausweise. Die sind aber auch nicht zum Nulltarif von der Stadt zu haben. Etwa EUR 30 pro Jahr pro Auto würde so ein Ausweis kosten, wobei keine wirkliche Parkplatzgarantie besteht, so Stadtrat Gunter Thiele. Also auch hier gibt es noch großen Diskussionsbedarf.

Insgesamt war dies eine sehr erfolgreiche Bürgerversammlung der CDU Pieschen, die wieder klug und angenehm vom stellvertretenden Ortsverbandsvorsitzenden Jens Pansegrau als Moderator geleitet wurde.

Frank Walther, 29. März 2014

Wir können stolz sein auf die Schulen in Pieschen

Best sanierte Schulen im gesamten Stadtgebiet und zahlreiche neue Projekte in der Umsetzung oder Planung darauf können wir mit Recht stolz sein, so das klare Resümee des heutigen Gesprächs von Veit Böhm und Frank Walther mit Dresdens Schulbürgermeister Winfried Lehmann in seinem Büro im Dresdner Rathaus.

Schule_klein

Sehr viel Geld wurde in den letzten Jahren im Stadtgebiet Pieschen in die Schulen investiert, so dass sie sich heute in einem hervorragenden Zustand präsentieren. Beispielhaft dafür sind die 43. Grundschule in Kaditz, die 106. Grundschule in Trachenberge oder die Makarenko Schulen in Pieschen. Die 56. Grund- und Oberschule in Trachau wird derzeit grundhaft saniert und eröffnet nächstes Jahr wieder. Am Pestalozzi Gymnasium wurde gerade mit dem Umbau der Mensa begonnen, dessen bemerkenswertes Projekt wir auch unlängst im Ortsbeirat Pieschen kennen lernen durften.

Dank der vielen neuen Kinder im Stadtgebiet sind mehrere neue Schulen notwendig. Eine neue Grundschule in Mickten befindet sich gerade im Bau und wird noch dieses Jahr im Herbst in Betrieb gehen. Zwei weitere neue Grundschulen an der Leisniger Straße und an der Maxim-Gorki-Straße werden gerade geplant und demnächst gebaut. Der auf dem städtischen Grundstück an der Leisniger Straße existierende und vom Verein ProPieschen geleitete Aprikosengarten, wird beim zukünftigen Schulbau mit eingebunden. Ein Projekt der Superlative wird aber die Oberschule und das Gymnasium, beide fünfzügig, mit einer Investitionssumme von 57 Mio Euro auf dem alten Güterbahnhof an der Gehestraße. Da der Standort mit 60.000 m² sehr groß ist, wird dort sogar die Errichtung eines neuen Kindergartens geprüft.

Trotz der vielen grundhaften Sanierungen und Neubauten bisher und zukünftig mit einem sagenhaften Investitionsvolumen von 500 Mio Euro in der gesamten Stadt Dresden gilt es auch die anderen Bestandsschulen nicht zu vergessen und mit gezielten Renovierungsmaßnahmen auf einem akzeptablen Stand zu halten. Die Dresdner CDU setzt sich deshalb für ein öffentliches Kataster aller Dresdner Schulgebäude ein, welches als transparente Datenbasis für die Ermittlung von Sanierungsbedarfen dient.

Eine große Herausforderung stellen die Nutzungszeiten der Schulsporthallen für den Vereinssport insbesondere für Kinder in den späten Nachmittagsstunden dar. Abgesehen von wachsenden Schülerzahlen und oftmals bis zur Kapazitätsgrenze ausgeschöpften Schulgebäuden und Sporthallen, wirkt die lange Zeit geforderte und nun spürbar umgesetzte Ganztagsschule sich bei den verfügbaren Zeiten für Vereine zusätzlich verschärfend aus. Ein Regelungsansatz dafür befindet sich gerade in der Erarbeitung, jedoch wird es auch weiterhin ohne individuelle und persönliche Absprachen zwischen Schuldirektion und Sportverein nicht funktionieren. Drei neue große Schulsporthallen in Dresden werden noch dieses Jahr fertig und werden hoffentlich die Situation zudem etwas entspannen.

Frank Walther, 12. Februar. 2014